Taubenmanagement in Singen
Der erste innenstädtische Taubenschlag geht in Betrieb

Bisher ist die Zahl der Tauben im noch nicht ganz fertigen Taubenschlag in der Hegaustraße überschaubar. Nur das "Eingewöhnungszimmer" ist bereits bewohnt. Am Ende können in dem augebauten Dachboden um die 300 Tauben unterkommen. | Foto: Tobias Lange
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  • Bisher ist die Zahl der Tauben im noch nicht ganz fertigen Taubenschlag in der Hegaustraße überschaubar. Nur das "Eingewöhnungszimmer" ist bereits bewohnt. Am Ende können in dem augebauten Dachboden um die 300 Tauben unterkommen.
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Singen. Für die einen gehört sie ins Stadtbild, für die anderen ist sie ein Quälgeist: die Stadttaube. Die Stadtverwaltung Singen bemüht sich seit Jahren zusammen mit engagierten Tierfreunden um ein gutes Miteinander von Tier und Mensch. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist nun mit einem innerstätdischen Taubenschlag in der Hegaustraße erfolgt.

Die Bemühungen dazu gibt es schon länger, wie Oberbürgermeister Bernd Häusler bei der Vorstellung erklärte. Man sei bei vielen Hauseigentümern vorstellig geworden, aber "nie auf große Gegenliebe gestoßen". Anders lief das bei Peter Mannherz. Er stimmte zu und stellte einen Dachboden zur Verfügung, in dem nach einem Umbau die geflügelten Stadtbewohner nisten können, wo sie artgerecht gefüttert werden und wo Mitarbeiter der Stadttaubenhilfe durch Austausch der Eier für Populationskontrolle sorgen können. "Er lässt uns rein mit unseren Tauben", betonte der OB anerkennend.

Jeder Nistplatz ist für ein Brutpaar ausgelegt. Insgesamt gibt es rund 170 davon im neuen Taubenschlag. | Foto: Tobias Lange
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Dank gab es an dieser Stelle auch für den Verein Stadttaubenhilfe Singen, der bereits einen Taubenschlag in der Fittingstraße betreut. Laut Eva Spaun haben die Helferinnen und Helfer allein in 2025 1.886 Eier ausgetauscht, davon 730 im Taubenschlag. Die Eier werden dann verfüttert an Raben oder Elstern, gehen an die Igelstation oder zur Wildtierhilfe. Hinzu kommen Arbeiten wie das Reinigen der Nistplätze, das Bereitsstellen von Futter und die Aufklärungsarbeit.

So unterschiedlich gehen Städte mit ihren Tauben um

"Wir wollen gesunde Tauben", sagte die Tierschützerin. Das beugt dann auch dem Hungerkot vor, den die Tauben bei falscher und unzureichender Ernährung absetzen und über den sich die Menschen gerne beschweren. Denn in der Natur ernähren sich Tauben von Körnern, Stadttauben finden auf den Straßen aber meist vom Menschen verlorene Lebensmittel wie Brot, Pommes oder andere Reste, die sie dann aus Not fressen.

In dem Nistplatz können die Tauben ihre Nester bauen und Eier ablegen. Diese werden dann durch Gipseier ersetzt. Die Brutplätze werden auch regelmäßig gereinigt. | Foto: Tobias Lange
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Tauben, erklärte Eva Spaun, sind Felsenbrüter und suchen sich deshalb Nistplätze an und in Gebäuden. Sie sind standorttreu und können im Jahr sechs Mal und mehr brüten. Das unterscheidet sie von ihren wilden Vorfahren - der Felsentaube - die zwei bis dreimal pro Jahr brütet. "Das hat der Mensch verschuldet", stellte Spaun klar.

Viel Arbeit vor dem Einzug

Rund 170 Nistplätze für jeweils ein Brutpaar stehen in dem neuen Taubenschlag zur Verfügung. Bevor die Tauben aber einziehen konnten, stand einiges an Vorarbeit an. Es wurde im Vorfeld ein Lärmemissionsgutachten erstellt und der Dachbohnen ausgebaut, beispielsweise mit einer akkustikschluckenden Decke, erklärte Sindy Bublitz von der städtischen Umweltschutzstelle. Dazu gab es eine größere Entrümpelungsaktion, bei der die Stadttaubenhilfe und die Zimmerei Ruh aus Böhringen, die mit den Ausbauarbeiten beauftragt wurde, Hand anlegten.

Foto: Tobias Lange

Ein zeitgesteuerter elektrischer Rollladen am Fenster sorgt dafür, dass die Vögel nachts nicht von Fressfeinden besucht werden. Der Ein- und Abflug erfolgt nicht über die Innenstadt, sondern in Richtung Parkhaus Karstadt, betonte Bublitz. Drei Taubenwarte auf Minijobbasis kümmern sich um die Vögel, ein weitere Minijob und eine Teilzeitstelle sind ausgeschrieben. Auch ein dritter Taubenschlag ist in Planung. Der soll laut OB Häusler in der Radolfzeller Straße eingerichtet werden.

Zum friedlichen Miteinander von Tier und Mensch kann aber jeder Einzelne beitragen. So sollten Dachböden auf Einschlupflöcher oder Taubenvorkommen kontrolliert werden. Bei der Installation von Photovoltaik-Einrichtungen sollte sollte ein Taubenschutz angebracht werden, damit die Vögel nicht unter die Panele kommen. Zudem besteht in der Singener Innenstadt ein Fütterungsverbot, das beachtet werden soll - insbesondere wenn es um falsches Futter geht.

Bisher ist die Zahl der Tauben im noch nicht ganz fertigen Taubenschlag in der Hegaustraße überschaubar. Nur das "Eingewöhnungszimmer" ist bereits bewohnt. Am Ende können in dem augebauten Dachboden um die 300 Tauben unterkommen. | Foto: Tobias Lange
Jeder Nistplatz ist für ein Brutpaar ausgelegt. Insgesamt gibt es rund 170 davon im neuen Taubenschlag. | Foto: Tobias Lange
In dem Nistplatz können die Tauben ihre Nester bauen und Eier ablegen. Diese werden dann durch Gipseier ersetzt. Die Brutplätze werden auch regelmäßig gereinigt. | Foto: Tobias Lange
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Autor:

Tobias Lange aus Singen

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