Zonta Club Hegau-Bodensee
Einsatz von Frauen, für Frauen

Zum Projekt "Zonta Says No" gehört unter anderem der "Orange Day". Hierbei organisierten im vergangenen November die Zontians in Zusammenarbeit mit der Stadt Singen einen Stand in der Innenstadt. Neben Orangen gab es für die Passanten dort auch Informationen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen. | Foto: Tobias Lange
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  • Zum Projekt "Zonta Says No" gehört unter anderem der "Orange Day". Hierbei organisierten im vergangenen November die Zontians in Zusammenarbeit mit der Stadt Singen einen Stand in der Innenstadt. Neben Orangen gab es für die Passanten dort auch Informationen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen.
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Landkreis Konstanz. Weiter geht es in der WOCHENBLATT-Serie zu den verschiedenen Service Clubs, die in der Region tätig sind. Wenn es etwas gibt, was deren Ruf oft vorauseilt, dann das Vorurteil des Männerclubs. Wohl das komplette Gegenteil ist Zonta – ein Service Club, der sich aus Frauen zusammensetzt und für Frauen einsetzt.

Der Zonta Club Hegau Bodensee engagiert sich im Landkreis Konstanz. Ähnlich wie beispielsweise beim Lions Club gibt es einen internationalen Dachverband, dem alle lokalen Clubs angehören. Zonta International (ZI) wurde 1919 in Amerika gegründet und setzt sich als Nicht-Regierungsorganisation für Menschenrechte und für die Rechte von Frauen ein. Das Motto: „Build a better world for women and girls“ - übersetzt „Eine bessere Welt erschaffen für Frauen und Mädchen“. Dafür ist ZI mit konsultativem Status auch bei den Vereinten Nationen (UNO), sowie im Europarat vertreten. Die Clubs und ihre Mitgliederinnen setzen sich für die Verbesserung der rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stellung von Frauen weltweit ein. Zur Zeit gibt es etwa 1.100 Zonta Clubs mit insgesamt 26.000 Mitgliederinnen.

Gegründet wurde der Zonta Club Hegau Bodensee 2010. Aktuell besteht er aus 25 Mitgliederinnen und einigen Interessenten. Aufgenommen werden kann jede Frau, die sich ehrenamtlich im Club engagieren möchte. „Es hieß mal 'berufstätige Frauen, die mitten im Leben stehen'. Man muss aber nicht unbedingt berufstätig sein“, erklärt Dr. Ulrike Roczyn. Sie bildet zusammen mit Eva Krause aktuell die Doppelspitze als Präsidentinnen des Zonta Clubs. Um Mitglied zu werden, braucht es eine Empfehlung an den Aufnahme-Ausschuss. Das kann auf Einladung einer Zontian, aber auch durch eigene Initiative geschehen. Über die Aufnahme werde dann unter den Mitgliederinnen abgestimmt, erklärt Roczyn. Dass eine Interessentin abgelehnt wurde, sei bisher nicht vorgekommen. Nach einer Probephase, um den Club und die Projekte kennenzulernen, erfolge die Aufnahme.

Der Zonta-Adventskalender

Von den Mitgliedern wird erwartet, dass sie zu den monatlichen Treffen kommen und sich in einer der Arbeitsgruppen im Club einbringen. „Irgendwann auch einen Posten einzunehmen, mit größerem oder kleinerem Aufwand, gehört auch mit dazu“, meint Ulrike Roczyn. Dass alle Zontians mit anpacken, ist jedenfalls ein Muss beim größten und wohl auch bekanntesten Projekt des Zonta Clubs: der jährliche Adventskalender. 2025 wird diese Aktion zum sechsten Mal stattfinden. „Der Kalender ist für uns extrem wichtig, weil wir damit Geld einsammeln, um dann wieder Projekte zu fördern“, meint Eva Krause. Sein Verkauf sei neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen die wichtigste finanzielle Säule des Clubs.

Beim Verkauf des Zonta-Adventskalenders: (von links) Dr. Marion Felix-Mitteis, Britta Bühl, Stephanie Haas-Komp, Heike Auer, Barbara Oppermann und Dr. Ulrike Roczyn. | Foto: Zonta Club Hegau Bodensee
  • Beim Verkauf des Zonta-Adventskalenders: (von links) Dr. Marion Felix-Mitteis, Britta Bühl, Stephanie Haas-Komp, Heike Auer, Barbara Oppermann und Dr. Ulrike Roczyn.
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In Vorbereitung des Kalenders sammeln die Zontians Spenden bei Unternehmen in der Region. Dabei handelt es sich um Preise, beispielsweise Gutscheine oder Sachpreise, die dann hinter den einzelnen Türchen stecken. „Es ist kein Gewinn unter 25 Euro“, betont Ulrike Roczyn. Die Kalender werden vor dem Advent für fünf Euro auf dem Wochenmarkt und dem Martinimarkt verkauft. Jeder Kalender hat eine Losnummer und jeden Tag im Dezember wird eine solche Nummer und damit der Gewinner des aktuellen Türchens gezogen.

Die Projekte des Zonta Clubs sind vielfältig, aber mit einer Gemeinsamkeit: Im Kern stehen Themen, die Frauen überproportional betreffen. Ähnlich wie sich das innerhalb der Gesellschaft verändert, entwickeln sich die Themen des Clubs mit der Zeit. Impulse kommen dabei auch von Zonta International. Die aktuellen Schwerpunkte sind allerdings lange bekannt: Der Arbeitskreis „Frauen in Not“ befasst sich beispielsweise mit der (finanziellen) Unterstützung einzelner Frauen. Ein großer Faktor hierbei: Altersarmut. 

Der Arbeitskreis „Zonta says No“ (Zonta sagt Nein) befasst sich wiederum mit der Aufklärung über und der Prävention von Gewalt gegen Frauen. Eine weitere Säule im Engagement der Zonta Clubs ist die Förderung junger Frauen, die außergewöhnliche Leistungen in wirtschaftsbezogenen Studien- oder Arbeitsbereichen zeigen. Jährlich wird dafür der „Women in Business Leadership“-Award vergeben, mit Preisträgerinnen auf Ebene der einzelnen Clubs, die dann wiederum bis zu einem internationalen Preis von Zonta International aufsteigen können. „Da arbeiten wir mit der Universität und der HTWG Konstanz zusammen“, berichtet Ulrike Roczyn. Ein Geldpreis soll die jungen Frauen unterstützen und ihnen Möglichkeiten eröffnen.

Motto "Miteinander"

Eva Krause und Ulrike Roczyn bilden erst seit wenigen Wochen die neue Doppelspitze des regionalen Zonta Clubs. Die Präsidentschaft wechselt alle zwei Jahre. Während Roczyn als Rentnerin Zeit hat, unterwegs zu sein und Dinge zu organisieren, ist Krause mehr mit moderner Technik und als Wirtschaftspsychologin auch mit der Führung von Menschen vertraut. „Von daher ergänzen wir uns fantastisch“, so Roczyn. Krause fügt hinzu: „Eine Doppelspitze macht das auch aus: Dass man mit seinen Stärken und Erfahrungen zusammenspielen kann und automatisch voneinander profitiert.“

Wechsel auf dem Posten der Präsidentinnen (von links nach rechts): die Past-Präsidentinnen Barbara Oppermann und Dr. Dagmar Schuh, daneben die aktuellen Präsidentinnen Dr. Ulrike Roczyn und Eva Krause. | Foto: Zonta Club Hegau Bodensee
  • Wechsel auf dem Posten der Präsidentinnen (von links nach rechts): die Past-Präsidentinnen Barbara Oppermann und Dr. Dagmar Schuh, daneben die aktuellen Präsidentinnen Dr. Ulrike Roczyn und Eva Krause.
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Insgesamt wollen die Präsidentinnen den Zonta Club Hegau Bodensee bekannter machen. Als Motto ihrer Präsidentschaft haben die beiden wiederum „Miteinander“ gewählt. „Weil wir daran glauben, dass es besonders wichtig ist, dass man Dinge miteinander umsetzt, nicht gegeneinander“, führt Ulrike Roczyn aus. Das gilt auch für die Zontians untereinander. „Wir möchten, dass das Persönliche nicht auf der Strecke bleibt. Wenn man sich persönlich nahe ist, macht das Miteinander Freude“, erklärt Eva Krause. Das Ziel: „Dass wir einen lebendigen und freudigen Club haben, gerne mit ein paar mehr Mitgliedern.“ Gerade über junge Frauen, die den Club mit ihren Erfahrungen und Perspektiven bereichern, würde man sich freuen.

Es gibt aber auch konkrete Projekte, die Eva Krause und Ulrike Roczyn im Zonta Club Hegau Bodensee wiederbeleben oder starten möchten. „Wir haben schon ein paar gute Ideen“, sagt Krause. Was die beiden Präsidentinnen in den kommenden zwei Jahren umsetzen, darauf darf man gespannt sein.

Zum Projekt "Zonta Says No" gehört unter anderem der "Orange Day". Hierbei organisierten im vergangenen November die Zontians in Zusammenarbeit mit der Stadt Singen einen Stand in der Innenstadt. Neben Orangen gab es für die Passanten dort auch Informationen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen. | Foto: Tobias Lange
Beim Verkauf des Zonta-Adventskalenders: (von links) Dr. Marion Felix-Mitteis, Britta Bühl, Stephanie Haas-Komp, Heike Auer, Barbara Oppermann und Dr. Ulrike Roczyn. | Foto: Zonta Club Hegau Bodensee
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Autor:

Anja Kurz aus Engen

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