Naturphänomen sicher beobachten
Partielle Sonnenfinsternis in Deutschland
- hochgeladen von Oliver Fiedler
Am Mittwoch, 12. August, werden wir Zeugen eines astronomischen Ereignisses. Bei einer irdischen Sonnenfinsternis, oder auch Eklipse, wird die Sonne von der Erde aus gesehen durch den Mond verdeckt. So kommt es entweder zu einer totalen Sonnenfinsternis oder, wie in unserem Fall, zu einer partiellen Sonnenfinsternis, bei der die Sonne teilweise verdeckt wird. Für uns im Bodensee Kreis wird die Sonne zu circa 90 Prozent bedeckt sein. Dabei beginnt das Ereignis gegen 19:23 Uhr und erreicht seinen Höhepunkt gegen 20:17 Uhr.
Die Gefahr beim Blick in die Sonne
Die Bedeckung der Sonne schützt uns aber nicht vor der UV- und Infrarotstrahlung. Wenn man also während der Sonnenfinsternis ungeschützt in die Sonne schaut, treffen UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges. Ein solcher Blick in die Sonne kann die Netzhaut, und somit die für den Sehvorgang nötigen Rezeptoren, in kürzester Zeit so schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar ganz verloren geht. Besonders gefährlich ist das fehlende Warnsignal. Netzhautschäden lösen keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung bemerkt wird, ist es schon zu spät.
Die Beobachtung der Sonnenfinsternis ist auch hochgefährlich durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras, da diese Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln. Hierzu gibt es spezielle Filteraufsätze oder Folien im Fachhandel, welche vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden müssen. „Hausmittel“ wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs sowie Sonnenbrillen oder Ähnliches sind ebenfalls zur Sonnenbeobachtung ungeeignet und gefährlich, so das Bundesamt für Strahlenschutz.
Wie schützt man die Augen richtig?
Die UV-Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar und kann auch nicht mit anderen Sinnesorganen wahrgenommen werden. Deswegen muss ein solches astronomisches Ereignis mit großer Vorsicht beobachtet werden. Doch das heißt nicht, dass Zuschauen Tabu ist. Ganz im Gegenteil. Dafür gibt es geeignete Filter und Folien, so beispielsweise häufig angebotene Schutzbrillen, bei welchen maximal circa 0,001 Prozent des Sonnenlichtes durchgelassen werden. Am sichersten gilt die indirekte Beobachtung, also die Projektionsmethode durch eine Lochkamera auf einen Schirm. Mit dem Richtigen Schutz sollte diese seltene Gelegenheit unbedingt genutzt und bestaunt werden.
Ein Ereignis, das man nicht verpassen sollte
Professor Carole Mundell, ESA-Direktorin für Wissenschaft der European Space Agency, erklärte: „Eine totale Sonnenfinsternis ist einer dieser seltenen Momente, in denen Millionen von Menschen gemeinsam in den Himmel blicken und dabei sowohl Staunen als auch Neugier empfinden. Es ist ein Moment, den wir alle teilen, der uns mit dem Universum verbindet und uns daran erinnert, dass der Wunsch nach Forschung und Verständnis eine der größten Stärken der Menschheit ist.“
Weltweit gibt es jedes Jahr mindestens zwei bis maximal fünf Sonnenfinsternis-Ereignisse. Eine totale Sonnenfinsternis findet im globalen Schnitt etwa alle 18 Monate statt. Bezogen auf einen ganz bestimmten Ort auf der Erde ist sie jedoch extrem selten und wiederholt sich dort im Schnitt erst nach rund 300 bis 400 Jahren.
Von Pia Schaible
Autor:Wochenblatt Redaktion aus Singen |
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