Knapper 4:3 Heimsieg gegen den FC Nöttingen
Der Türkische SV Singen entscheidet Torspektakel für sich
- Großer Jubel beim TSV Singen nach dem zwischenzeitlichen 2:0 durch Buba Camara (nicht im Bild).
- Foto: Philipp Findling
- hochgeladen von Philipp Findling
Singen. Einen am Ende aber nicht unverdienten Heimsieg konnte der Türkische SV Singen (TSV) am siebten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg gegen den FC Nöttingen (FCN) einfahren. So stand nach 90 Minuten ein hart erkämpftes 4:3 gegen den früheren DFB-Pokal-Teilnehmer.
"Uns ist es im Gegensatz zu den letzten Spielen heute sehr gut gelungen, den Gegner gerade mit vielen Pässen in die Tiefe zu knacken", erklärt Trainer Slobodan "Bobo" Maglov nach dem Spiel, dessen erste Halbzeit seine Mannschaft nach einer 2:0 Führung durch Buba Camara und Didi Ndombe noch leichtfertig aus der Hand gab. "Gerade das zweite Gegentor darf so nicht passieren", ärgerte sich Maglov angesprochen auf das zwischenzeitliche 2:2, bei dem Kademain David Yao den Ball nach einem tiefen Abschlag von Keeper Dominik Hozlinger durch ein unnötiges Dribbling an den Gegner verlor. "Da muss er den Ball einfach nur wegschlagen, so schenken wir dem Gegner förmlich das Tor", attestierte "Bobo" Maglov. Zudem taten sich die Gastgeber in der ersten Hälfte trotz eigener Torchancen schwer, das eigene Zentrum dicht zu halten.
Ndombe überzeugt den Trainer
"Ich habe dann beschlossen, zur zweiten Halbzeit taktisch etwas umzustellen, um der Dreierkette von Nöttingen etwas entgegensetzen zu können", sagt Maglov. Dies ging zumindest in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte nicht immer auf, so sorgte unter anderem Nöttingens Kapitän Enes Tubluk mit einem Freistoß für Gefahr vor dem TSV-Kasten, den Hozlinger aber souverän entschärfen konnte. Was sich nicht nur beim 3:2 in der 63. Minute bezahlt machte, war die Dynamik und Spielfreude von Didi Ndombe, die auch seinen Trainer an diesem Tag sehr überzeugte. "Genau solche Spieler brauchen wir in unserer Mannschaft", betont Maglov. "Die Auszeit, die er in Teningen nahm, hat ihm sichtlich gut getan."
Stark aufspielender TSV-Keeper
Generell war diese unübersehbar vogelwilde Partie, deren Spielfluss durch Schiedsrichter Dustin Mattern des Öfteren unterbrochen wurde, auf beiden Seiten mit unzähligen Fehlern gespickt. Dies gab auch "Bobo" Maglov nach dem Spiel zu. "Gerade unser erstes und viertes Tor waren Geschenke des Gegners", meinte der TSV-Coach. Dabei trafen die Gastgeber bei angesprochenem vierten Treffer nicht einmal selbst, sondern Nöttingens Jannis Rabold, der vom eingewechselten Benjamin Serfoski erfolgreich unter Druck gesetzt und zu einem folgenschweren Rückpass, welcher schließlich in den eigenen Maschen landete, gezwungen wurde. Dass für die Gastgeber das Spiel am Ende erfolgreich gestaltet werden konnte, lag auch am an diesem Nachmittag stark aufgelegten Hozlinger, der vor allem die Hundertprozentigen von FCN-Akteur Salvatore Catanzano glänzend mit dem Fuß noch aus dem Eck fischte.
Mehr Unterstützung von den Rängen gewünscht
Und trotz des final knappen Heimsiegs gegen den FC Nöttingen sieht "Bobo" Maglov noch viel Verbesserungsbedarf bei seiner Mannschaft. "Wir müssen wieder besser in Sachen Passkontrolle werden, das ist eigentlich unsere Stärke." Ob dies das Team umsetzen kann, wird sich bereits am kommenden Freitag, 18. September um 19 Uhr auswärts im Derby beim FC 08 Villingen zeigen. Darüber hinaus hofft nicht nur Maglov, sondern auch Teammanager Sükrü "Sigi" Özcan für das nächste Heimspiel am 27. September gegen den SSV Reutlingen wieder deutlich mehr Unterstützung von den eigenen Rängen. "Das ist wirklich schade, wenn wir als einziger Oberligist in der Region weniger als 100 Zuschauer hier und heute haben", so Özcan. "Wir wollen die Region nämlich mit so viel Unterstützung wie möglich vertreten."
Autor:Philipp Findling aus Singen |