Saisonvorstellung Kultur Stockach
Stockach bündelt Kulturangebote und setzt neue Akzente
- Sie freuen sich auf die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. (Von links:) Sarah Baltes (Geschäftsführerin Bodenseefestival), Pianistin Henriette Gärtner, Helmut Lempp (Geschäftsführer Bürgerstiftung Stockach) und Kulturamtsleiterin Corinna Bruggaier.
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Stockach. Mit einer neuen Kulturbroschüre, einem erweiterten Veranstaltungsangebot und dem erstmaligen Beitritt zum Bodenseefestival schlägt die Stadt Stockach ein neues Kapitel in ihrer Kulturarbeit auf. Bei der Vorstellung des Programms in der Adler Post machten die Verantwortlichen deutlich, dass es dabei um weit mehr geht als um die Ankündigung einzelner Veranstaltungen.
„Kultur ist mehr als die Summe von Veranstaltungen“, betonte Kulturamtsleiterin Corinna Bruggaier. Kultur schaffe Begegnungen, stärke die Identifikation mit der Stadt und trage dazu bei, Gemeinschaft zu fördern. Gerade deshalb verstehe man Kultur nicht als freiwilliges Zusatzangebot, sondern als wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.
Kulturangebote unter einem Dach
Sichtbar wird dieser Ansatz bereits in der neuen Broschüre. Erstmals werden darin die unterschiedlichen Kulturangebote der Stadt gebündelt. Neben den traditionsreichen Meisterkonzerten finden sich dort auch die Kleinkunstreihe, Museumsveranstaltungen, Lesungen sowie weitere kulturelle Termine. Mit der neuen Publikation verfolgt die Stadt zugleich einen praktischen Ansatz. Statt mehrerer einzelner Flyer gibt es künftig eine zentrale Informationsquelle. Dadurch sollen Kommunikation und Vermarktung vereinfacht sowie neue Besuchergruppen erreicht werden.
Starke Wurzeln in der Region
Die Stockacher Meisterkonzerte bleiben dabei das kulturelle Aushängeschild der Stadt. Gleichzeitig sollen künftig regionale Bezüge stärker sichtbar werden. Den Auftakt der neuen Saison gestaltet die Pianistin Henriette Gärtner, die seit ihrer Kindheit mit Stockach verbunden ist. Ihr Vater unterrichtete viele Jahre am Nellenburg-Gymnasium, wo sie selbst regelmäßig auf dem Klavier übte. Ihr Konzertprogramm steht unter dem Titel „Fantasie“ und stellt Schuberts „Wandererfantasie“ in den Mittelpunkt.
Auch weitere Künstler der Saison haben enge Verbindungen zur Region. Dazu gehört unter anderem der ehemalige Nellenburg-Schüler Tarek El Barbari. Ergänzt wird das Programm durch das traditionelle Neujahrskonzert, Kammermusikabende sowie Gastspiele renommierter Ensembles.
Neuer Partner im Bodenseefestival
Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Einstieg Stockachs in das Bodenseefestival. Die Stadt wird damit Teil eines grenzüberschreitenden Kulturverbunds, der Veranstalter und Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenführt. Festival-Geschäftsführerin Sarah Baltes bezeichnete den Beitritt als folgerichtigen Schritt. „Stockach hat einfach noch gefehlt“, sagte sie mit Blick auf das Netzwerk der Partnerstädte rund um den Bodensee.
Die Kooperation soll sich künftig auch unmittelbar im Programm widerspiegeln. Erstmals findet im Rahmen des Bodenseefestivals am 13. Mai 2027 das Konzert „Zwischen Gipfel und Schatten“ in der Jahnhalle statt. Dabei treffen die Bodensee Philharmonie, das Hochschulsinfonieorchester sowie die Stella Musikhochschule Feldkirch aufeinander. Als Solistin ist die Violinistin Franziska Hölscher zu erleben, die Leitung übernimmt Philippe Bach.
Auf dem Programm stehen Joseph Laubers „Die Alpen“, Peter Vasks Violinkonzert „Distant Light“ sowie Johannes Brahms’ "1. Sinfonie c-Moll". Das Festival steht 2027 unter dem Motto „Tiefenrausch und Höhenflüge“. „Das Bodenseefestival findet immer unter einem größeren Motto statt“, erläuterte Sarah Baltes bei der Programmvorstellung.
Ein weiteres Festivalprojekt folgt am 14. Mai 2027 im Freilichttheater in der Hauptstraße. Dort gastiert der Grammy-nominierte Perkussionist und Handpan-Pionier Manu Delago mit seiner inzwischen dritten „ReCycling Tour“. Der aus Innsbruck stammende Musiker legt seine gesamte Tournee mit dem Fahrrad zurück und verbindet dabei Konzertorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ziel sei es, über Ländergrenzen hinweg Begegnungen zu schaffen und die Menschen rund um den Bodensee miteinander zu vernetzen.
Kultur gemeinsam denken
Auch die Kleinkunstreihe bleibt ein wichtiger Bestandteil des Kulturprogramms. Die Verantwortlichen setzen weiterhin auf eine Mischung aus bekannten Namen, neuen Formaten, Musik, Kabarett und literarischen Veranstaltungen. Neu ist zudem ein Kombi-Abo, das erstmals Veranstaltungen aus den Bereichen Meisterkonzerte und Kleinkunst miteinander verbindet. Damit möchte die Stadt zusätzlichen Besuchergruppen den Zugang zu den unterschiedlichen Kulturangeboten erleichtern.
Die neue Kulturbroschüre erscheint pünktlich zum Schweizer Feiertag. Mit ihr startet zugleich der Vorverkauf für die Abonnements und zahlreiche Veranstaltungen der neuen Saison.
Autor:Juleda Kadrija aus Singen |