Hallo und guten Tag
Bohnenstangen in der Fußgängerzone

Die letzten Tage und Wochen war mit Marianne nicht viel anzufangen. Ihre Stimmung war auf dem Nullpunkt; sie war müde, lustlos und hatte keine Lust irgendetwas zu unternehmen. Meine Chefin konnte und wollte das nicht mehr mit ansehen; ihre beste Freundin litt eindeutig an dem Novemberblues. Ganz diplomatisch schickte sie mich vor als Marianne vorbei kam. »Ich gehe mit unserem Vierbeiner raus und Du kannst mitkommen. Frische Luft tut immer gut. Anschließend mache ich uns einen Kaffee und dazu gibt es eine Linzer Torte«, so lockte sie die Freundin. Bei der Tour rund um den Hohentwiel und das Landesgartenschaugelände kam ich voll auf meine Kosten. Dank meiner »Einlagen« besserte sich Mariannes Laune zusehends und sie war es dann auch, die einen Besuch der umgestalteten August – Ruf – Straße vorschlug. Von der Ekkehardstraße her nahmen die beiden Freundinnen das Ganze in Augenschein. »Das macht aber einen sehr aufgeräumten Eindruck«, so die erste Reaktion von Marianne. »Das ist schon eher klinisch rein und nicht besonders einladend«, meinte meine Leibköchin.
Ihre Freundin platzte schier und hatte unzählige Fragen. Die neuen Lampen stehen wie die Zinnsoldaten in der Fußgängerzone. Weshalb wurden diese Dinger eigentlich angeschafft? Hätte es nicht genügt, die alten Lampen auf LED – Beleuchtung umzustellen oder war das technisch nicht machbar?
Sie waren hübscher anzusehen und hatten viel mehr Flair als die neuen Lampen; die erinnern mich doch irgendwie an Bohnenstangen«. Ich war platt, so langsam lief sich Marianne warm und zu ihrer bekannten Hochform auf. »Schau doch mal die ehemaligen Hochbeete an.
Da wurden neue Sitzmöglichkeiten geschaffen und sogar aus Holz, das ist ja nicht schlecht. Doch warum sind die Rückenlehnen nicht durchgehend? Ist die Gefahr nicht groß, dass da schnell mal ein Kleinkind hinterrücks hineinfällt?  Obwohl in den übrig gebliebenen Teil des Hochbeets noch Bodendecker gepflanzt werden?«, so kam eine Frage nach der anderen. »Ich frage mich weshalb die neuen Sitzmöglichkeiten keine Armlehnen haben.
Wissen die Planer wie schwer sich ein Älterer oder Behinderter mit dem Aufstehen tut, wenn die Lehnen fehlen? Es gibt doch DIN – Vorschriften für die Gestaltung öffentlicher Plätze oder täusche ich mich?
Weshalb wurden die Haltegriffe des Kletterohrs nicht einfach bunt gemacht?
Das wäre doch wenigstens ein kleiner Farbtupfer«, so hörte ich die allerbeste Ehefrau. Den Fragen der beiden Freundinnen ist aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten nichts hinzu zu fügen.

In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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