Hallo und guten Tag
Radlertypen in verschiedenen Kategorien

Kennen Sie auch so bestimmte Zeiten von denen Sie schon im Voraus wissen, dass diese Tage, Wochen oder Monate besonders anstrengend, aufregend oder stressig werden, liebe WOCHENBLATT - Leserinnen und - Leser? Für mich hat meine diesjährige, persönliche Stressphase schon begonnen. Die hohe Zeit der Zweiradfahrer ist alljährlich eine besondere Herausforderung für meinen Chef und ganz besonders für mich. Bei den Zweiradfahrern gibt es nach meinen Beobachtungen verschiedene Kategorien. Kategorie I ist mir am liebsten. Diese Zweibeiner besitzen ein ganz normales Fahrrad mit Klingel!!! Sie fahren rücksichtsvoll und schon von weitem signalisiert der Klingelton »Achtung aufpassen«. Für meinen Chef und mich ist das prima; wir setzen unseren Weg fort, sind aber besonders aufmerksam, damit die Radler passieren können. Kategorie II ist schon schwieriger. Von der Radlerhose, über das Shirt, die Handschuhe, den Helm, die Radlersonnenbrille, stimmt alles. Die Zweibeiner sagen dazu »durchgestylt«. Dazu das Fahrrad oder sollte ich besser die Maschine sagen? Haben Sie schon einmal eine Unterhaltung dieser Spezies aufmerksam verfolgt? Ich habe da schon einige Male gestaunt. Allein aufgrund der Unterhaltungen hatte ich den Eindruck am Hockenheimring zu stehen und auf das Vorbeirauschen von Schuhmacher und Kollegenzu warten. Dazu kommen die unvergleichlichen Fahrkünste. Kein Klingelzeichen kündigt Ihr Kommen an. Mit einem Riesentempo fliegen sie auf ihren »Maschinen« lautlos heran und schießen vorbei; völlig erschrocken kann ich dann nur noch hinterher bellen. Angenehmerweise benutzen diese Leute meistens die Radwege oder Wege, die für Fußgänger und Radfahrer frei gegeben sind. Kategorie III scheut vor keiner Strapaze zurück. Querfeldein, über Stock und Stein, bergauf und bergab, keine Strecke ist vor diesen Spezialisten sicher. Kürzlich hatten mein Alpharüde und ich ein besonderes Vergnügen mit einer Gruppe solcher Mountainbiker. Nichts Böses ahnend wanderten wir um den Hohentwiel - ich brav an der Leine, von wegen Natur- und Landschaftsschutz. Plötzlich schoss aus dem Bannwald ein ganzes Rudel dieser Typen. Naturschutz war für die Herrschaften ein Fremdwort und die Trassen ihrer Räder kann man rund um den Singener Hausberg verfolgen. Weshalb muss ich eigentlich an die Leine, wenn die Zweibeiner sich an gar keine Regeln halten? Diese Frage muss mir schon erlaubt sein, liebe WOCHENBLATT -Leserinnen und - Leser. Kategorie IV schert sich einen Dreck um Verkehrsregeln. Jetzt wurde für viel Geld die Schaffhauser Straße auf Vordermann gebracht. Radwege beidseits der Straße. Trotzdem gibt es Menschenkinder, die entgegen der Fahrtrichtung die Radwege nutzen. Was für gefährliche Situationen an Straßeneinmündungen entstehen können, bedenken diese Herrschaften nicht. Noch ätzender sind die hirnlosen Schüler, die trotz Radweg die Fahrbahnen nutzen und den Autoverkehr blockieren. Müssen sich Radfahrer eigentlich an die Straßenverkehrsordnung halten oder gilt die nur für Autofahrer? Vielleicht muss ich mir das mal bei den Spezialisten von der Polizei erklären lassen. Kategorie V ist noch besser. Hier handelt es sich um eine gemischte Gruppe. Radfahrer, Rollerfahrer und Mopedfahrer gehören dazu. Sie kümmern sich um gar nichts. Das Wort Sachbeschädigung haben diese Leute auch noch nie gehört. Reine Fußwege gehören ebenso zu ihren Strecken wie Parkanlagen. Kreuz und quer donnern sie durch die Rasenflächen. Ohne Rücksicht auf Verluste nutzen sie auch den Stadtgarten als Strecke. Quer über die schönen Beete führen die Spuren. Schauen Sie sich nur einmal das Beet bei den Apfelwerfern an, das spricht Bände. Sicher verstehen Sie nun den Grund für meinen saisonal bedingten Stress.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.

Autor:

Redaktion aus Singen

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