75 Jahre Geschichtsvermittlung
Das Hegau-Museum in Singen feiert das 75-jährige Jubiläum
- Das Team hinter dem Hegau-Museum, dem Museumsleiter Ralph Stephan und Museumsvereinsvorsitzender Wolfgang Trautwein ihren Dank aussprachen.
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Singen. Ein Feierjahr für Geschichtsfreunde: Auf den Tag genau 75 Jahre nach der Eröffnung des Hegau-Museums in Singen wurde am Sonntag, 3. Mai, im Schlossgarten das Jubiläumsjahr eingeläutet und die neue Ausstellung eröffnet. In den kommenden Wochen und Monaten wartet nun ein breitgefächerstes Programm aus Führungen, Vorträgen und Aktionstagen auf die Besucher.
Eigentlich ist es das 100-Jährige, betonte Oberbrügermeister Bernd Häusler in seinen einführenden Worten. " 25 Jahre war das Hegau-Museum nicht öffentlich zugänglich, nämlich von 1926 bis 1951." Und schon 1929 habe Albert Funk versucht, das Museum im Enzenbergschen Schloss unterzubringen, was damals aber am Thema Geld scheiterte. Doch Funk blieb dran und so konnte dann am 3. Mai 1951 vom damaligen OB Theopont Diez das Hegau-Museum eröffnet werden. "Unser Hegau-Museum ist weit mehr als ein Schaufenster unseres archäologischen Erbes", meinte OB Häusler. "Es ist seit Jahrzehnten eine Art Wohnzimmer unserer Singener Bürgerschaft." Es sei eng verzahnt mit der Wissenschaft, mit der Kreisarchäologie als "Untermieter", mit den kulturellen Einrichtungen und dem ehrenamtlichen Engagement.
- Oberbürgermeister Bernd Häusler vor der Fassade des Singener Schlosses, in dem das Hegau-Museum untergebracht ist.
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"Das Hegau-Museum hat in den vergangenen Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung genommen und ich bin überzeugt, es hat auch in der Zukunft eine wichtige Rolle für unsere Stadt", sagte Häusler. Daher sei er dem Gemeinderat dankbar, dass erzugestimmt hat, das Schloss als Heimat des Museums samt Schlossgarten zu kaufen. Alle bürokratischen Hürden dafür seien mitlerwile überwunden, es fehle nur noch die Unterschrift auf dem Kaufvertrag. Der soll bis zur Sommerpause unterschrieben sein. "Damit hat unser Hegau-Museum langfristig seine Heimat hier im Singener Schloss."
Seine Freude über den Kauf des Schlosses durch die Stadt machte auch Wolfgang Trautwein, Vorsitzender des Museumsvereins Singen deutlich. "Durch die Gründung eines Fördervereins im Jahr 1989 und durch unsere heutige Ehrenvorsitzende, Brigitte Sauter-Servaes konnten wir das Hegau-Museum wesentlich unterstützen." Das Ziel, das Schloss als historisches Denkmal und als Erbe der Bürgerschaft zu bewahren, sei durch den Kauf sichergestellt. "Darüber freuen wir uns sehr."
Den Erhalt von Wissen bezeichnete dann auch Museumsleiter Ralph Stephan als Generationenaufgabe. "Wir müssen heute sehr viel tun, damit morgen all dieses Wissen nicht verloren ist", sagte er. Dabei betonte er, dass dies kein Ein-Mann-Job ist, sondern sich ein ganzes Team dafür einsetzt, dass das Museum funktioniert.
Große Bedeutung für Stadt und Landkreis
Das reichhaltige Kulturangebot im Landkreis betonte Landrat Zeno Danner: "Wir haben eine Philharmonie in Konstanz, wir haben Musikvereine in jedem großen und in jedem kleinen Ort, wir haben Theater in Konstanz wie in Singen, wir haben Galerien, wir haben ein Kunstmuseum und wir haben eben auch archäologische Museen, das Archäologische Landesmuseum und hier das Hegau-Museum."
Das sei wichtig für die Stadt Singen, aber auch für den Landkreis. Auch er hob die Arbeit des im Hegau-Museum beheimateten Kreisarchäologen hervor. "Denn wir finden andauernd spannende Dinge", so der Landrat. Und dann stehen die Bauarbeiten erstmal. "Da ist es sehr wertvoll, wenn man spontan einen Kreisarchäologen zur Hand hat", meinte Danner. "Alle anderen warten, bis jemand vom Land kommt."
Genannter Kreisarchäologe, Dr. Jürgen Hald, schwärmte dann auch von den Ausstellungsstücken im Hegau-Museum. "Wirklich spektakuläre Funde finden Sie hier", meinte er. "Sei es erste geschnitzte Kunstwerke der Altsteinzeit von Petersfels bei Engen, wertvolle Grabbeigaben der frühen Kelten aus Grabhügeln im Hegau oder beispielsweise das reiche Adelsgrab der alemannisch-fränkischen Dame von Güttingen aus dem frühen Mittelalter." Das hohe Fundaufkommen sei der Grund, warum es die Kreisarchäologie gibt, die eng mit dem Museum verbunden sei. "Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit."
Für das Jubiläumsjahr wurde ein breitgefächertes Programm zusammengestellt. Der nächste Termin ist bereits am Sonntag, 17. Mai, anlässlich des internationalen Museumstags. Hier gibt es von 11 bis 18 Uhr bei exklusiven Führungen durch das Anwesen einen Blick hinter die Mauern des Singener Schlosses. Am Dienstag, 19. Mai, gibt Stadtarchivarin Britta Panzer um 19 Uhr einen Vortrag über das Adelsgeschlecht Enzenberg und dessen Nachlass im Stadtarchiv. Weitere Termin folgen.
Autor:Tobias Lange aus Singen |