1. Mai verbindet Politik, Musik und Familienfest
Gelebte Vielfalt auf dem Herz-Jesu-Platz

Christian Schwaab, Tarifsekretär der IG Metall Baden-Württemberg, auf der Bühne beim Familienfest anlässlich des Tags der Arbeit in Singen. | Foto: Uwe Johnen
  • Christian Schwaab, Tarifsekretär der IG Metall Baden-Württemberg, auf der Bühne beim Familienfest anlässlich des Tags der Arbeit in Singen.
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  • hochgeladen von Anja Kurz

Singen. Der 1. Mai zeigte sich auf dem Herz-Jesu-Platz von seiner freundlichen Seite: Gutes Wetter, viele Besucherinnen und Besucher, Musik, Gespräche, Kinderlachen und ein kulinarisches Angebot aus verschiedenen Ländern prägten das Familienfest zum Tag der Arbeit. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frederic Striegler, dem zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Singen. Auch wenn die angekündigte portugiesische Folkloregruppe kurzfristig ausfallen musste, bot das Programm viel Abwechslung für Jung und Alt.

Bilder vom Fest am Tag der Arbeit gibt es hier in der Galerie zum durchblättern:

Viel Abwechslung für Jung und Alt

Der Zirkus Klarifari erwies sich einmal mehr als feste Größe in Singen und zog erwartungsgemäß zahlreiche Kinder in seinen Bann. Stände unter anderem von AWO und Amnesty International sowie von politischen Parteien luden zum Gespräch ein. Zum Abschluss brachte die Rockband The Voice mit handgemachter Musik noch einmal kräftig Stimmung auf den Platz.

Den politischen Mittelpunkt setzte Christian Schwaab, Tarifsekretär der IG Metall Baden-Württemberg. Er ordnete den 1. Mai als Tag der Solidarität ein und sagte: »Der 1. Mai war und ist immer mehr als nur ein Feiertag.« In seiner Rede spannte er den Bogen von globalen Krisen zu den Auswirkungen in den Betrieben: Brüchige Lieferketten, hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie verschobene Investitionen beschäftigten viele Menschen konkret. Gerade eine exportstarke Industrieregion wie Baden-Württemberg spüre diese Unsicherheit. Schwaab warb deshalb für starke Gewerkschaften und aktive Betriebsräte, die Veränderungen mitgestalten.

Deutlich wurde er auch gegenüber Politik und Arbeitgebern. Transformation dürfe kein Jobabbauprogramm sein, sondern müsse ein Zukunftsversprechen für Auszubildende ebenso wie für Beschäftigte kurz vor der Rente bleiben. »Diese Sorgen sind real. Und sie verdienen ernsthafte Antworten, keine Durchhalteparolen«, sagte Schwaab. Viel Applaus erhielt er für seine klare Abgrenzung nach rechts: »Die AfD ist keine Alternative! Weder heute noch morgen und deswegen gilt weiterhin: keinen Fußbreit dem Faschismus!«

Frederic Striegler zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Seit über 50 Jahren gebe es die 1.-Mai-Veranstaltung in Singen, sie zähle zu den großen Veranstaltungen dieser Art in Baden-Württemberg. Der Nachmittag bestätigte diesen Anspruch: als politischer Treffpunkt, als Familienfest und als Ort gelebter Vielfalt. Zwischen Arbeiterliedern, Zirkusnummern, Gesprächen und Rockmusik wurde sichtbar, dass Solidarität in Singen ein Stück Stadtkultur ist.

Autor:

Uwe Johnen aus Singen

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