Ausstellung zum Klemenzenfest
Maria Lüke verbindet Farbenpracht und Gesellschaftskritik
- hochgeladen von Tobias Lange
Steißlingen. Das Klemenzenfest ist das Fest in Steißlingen. So drückte Christa Wohriska, Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises, die Bedeutung dieser fünf Tage treffend aus. Denn an diesem Fest sind fast alle Vereine der Gemeinde beteiligt. So eben auch der Kunst- und Kulturkreis, der traditionell eine Kunstausstellung auf die Beine stellt.
Zu sehen sind in diesem Jahr im Steißlinger Rathaus Werke der Künstlerin Maria "Marilu" Lüke. "Aus meiner Sicht ist hier eine besonders schöne, abwechslungsreiche und ansprechende Ausstellung gelungen", zeigte sich Christa Wohriska überzeugt. Über die ausgestelten Werke urteilte sie: "Die Bilder erzählen von Leben."
In ihrer Laudatio gab Margot Spohn einen kurzen Überblick auf das Leben und Schaffen von Maria Lüke. Sie sei sehr vertraut mit der "figürlichen Haltung von Personen“, meinte Spohn. Und: "Die Portraitmalerei ist ein wichtiges Thema für sie." Dabei male sie Selbstportraits oder auch Portraits von Menschen aus ihrem Umfeld - wie beispielsweise ihren Lebensfeährten. Und am liebsten sitze sie dabei "nach ganz alter Schule" der Person tatsächlich gegenüber, um die Gesichtsausdrücke so einfangen zu können, wie sie es möchte. "So entstehen ausdrucksstarke Portraits."
Zu sehen in der Ausstellung sind aber auch Landschaftsbilder, bei denen "Licht, Schatten und Farbe" wichtige Rollen spielen. Dabei habe sie das Ziel, immer auch die Stimmung des Moments einzufangen, wozu sie dann ihre Malstätte verlässt und sich nach Motiven umschaut. "Sie kann die Landschaft nicht auf den Stuhl setzen", meinte Margot Spohn scherzend. "Sie muss rausgehen." Draußen entstehen dann Skizzen, die sie dann im Atelier vervollständigt. "Sie speichert das Bild in ihrem Kopf ab und kann e dann wieder abrufen."
Ölbilder, die der Fantasie ensprungen sind kompletieren schließlich das künstlerische Dreigestirn im Schaffen von Maria Lüke. Dabei nimmt sich sich auch Themen wie Gier, Egoismus und Krieg an. Etwa beim Bild Modeschau, das ein Mannequin in graziler Haltung, aber mit leerem Blick zeigt. Die Figur wolle gesehen werden, sehe selbst aber nichts. Oder ein Kriegsbild, das nach der Belagerung von Sarajevo 1992 entstanden ist. Es zeigt in einer Theaterszene Gräuel und menschliches Leid auf der Bühne, während im Zuschauerraum die Menschen zuschauen, als ob es sie nicht betreffen würde. "Das Gemälde ist heute so aktuell wie einst."
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober im Steißlinger Rathaus zu sehen.
Autor:Tobias Lange aus Singen |