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Demo mit Bürgermeister und Einzelhändler

Fridays for Future Singen
Die Demonstration von Fridays for Future Singen mit 140 Teilnehmern fürhrte auch zum Singener Rathaus. swb-Bild: stm

Bei Singener Klimastreik Schüler in der Minderheit

Singen. Der Protest von Fridays for Future wird gemeinhin mit Schülern in Verbindung gebracht. Doch beim globalen Klimastreik am Freitag in der Singener Innnenstadt waren diese bei den 140 Demonstranten augenscheinlich in der Minderheit. Hingegen erregte das Mitdemonstrieren von Tengens Bürgermeister Marian Schreier, der sogar eine Rede hielt, und Buchhändler Christoph Greuter die Aufmerksamkeit so mancher Passanten auf sich.

Im Gespräch mit dem WOCHENBLATT betonte Greuter, dass er während der Demo sogar seine Buchhandlung geschlossen habe, und mit Plakaten auf den notwendigen Klimaprotest hinweisen würde. Dabei sei ihm wohl bewusst, dass man dies nicht zum »Nulltarif« bekommen werde. Doch es sei höchste Zeit entschlossen zu handeln, denn bundespolitisch werde zu wenig getan, so Greuter. Er wies etwa auf die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs hin. Er pendle täglich mit der Bahn und nutze auch das Rad.

Für Bürgermeister Schreier zeigen die Schadwälder – Tengen sei der größte Waldbesitzer im Hegau – dass der Klimawandel kein abstraktes Phänomen sei. Laut der Akademie der Wissenschaften müssten Maßnahmen in den kommenden zehn Jahren beginnen zu wirken. Deshalb müsse man jetzt beginnen. Doch anders als in Baden-Württemberg mit 40 Prozent sei im Landkreis Konstanz der Anteil von Erneuerbaren Energien gerade mal bei 18 Prozent. Deshalb setze er sich für einen zweiten Windpark in Tengen nach Verenaforen ein. Im Dialogprozess sei der Bürgerentscheid für die Verpachtung von hierzu notwendigen Flächen auf 8. März festgelegt. Doch selbst bei einem positiven Entscheid, könne frühestens in drei bis vier Jahren der Windpark ans Netz gehen, so der junge SPD-Politiker. Die Dringlichkeit des Handlungsprogramms verlange zudem, dass die Städte nicht mehr von Autos dominiert werden, wünscht sich Schreier.

FFF-Sprecher Benjamin Jahnke nutzte seinen kurzen Wortbeitrag, um seinen Unmut darüber kund zu tun, dass der Gemeinderat zwar die Forderungen von FFF-Singen angehört haben, aber es anschließend keine Diskussion gegeben habe. Diese wurde auf den 17. Dezember verschoben. Doch wie Jahnke ausführte, werde es dadurch nicht leichter. Er hoffe, dass dann etwas passiert.

Wochenblatt @: Stefan Mohr