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Entlastung für die Singener Innenstadt

Spatenstich Parkhaus
Mit vereinten Kräften wurde der Spatenstich für das neue Stadtwerke-Parkhaus in Singen an der Bahnhofstraße vollzogen und gleichtzeitig ein "Grundstein" mit tagesaktuellen Dokumenten gelegt, den Architekt Volkmar Schmitt-Förster zusammengestellt hatte. Auch ein WOCHENBLATT dieser Woche ist darin enthalten. swb-Bild: of

Spatenstich für neues Stadtwerke-Stadthaus an der Bahnhofstraße vollzogen

Singen. Wie manches in der Politik ging es auch hier etwas länger. Doch nun konnte endlich am Freitag der erste Spatenstich für das neue Parkhaus der Stadtwerke Singen vollzogen werden. Bis zum kommenden Juni will die mit dem Bau beauftragte Firma Goldbeck das Gebäude fertig gestellt haben, für das insgesamt 5,9 Millionen Euro auf dem rund 9.000 Quadratmeter großen Grundstück investiert werden. Entstehen sollen dort dann 325 Stellplätze am Rand der Singener Innenstadt um diese dadurch zu entlasten, auch von Parksuch-Verkehr, wurde zum Start des Bauwerks betont. In der Anfangsphase werden es 3 E-Ladesäulen sein, die dort angeboten werden, es können je nach Bedarf bis zu 24 auf den ersten beiden der 12 Ebenen sein, um damit auch ein Zeichen in Sachen Klimawandel zu setzen, so OB Bernd Häusler. Um das Parkhaus hatte es kontroverse Debatten in den politischen Gremien gegeben und die Entscheidungen dafür waren auch nur mehrheitlich gewesen. Auf der einen Seite Parkraum zu schaffen - auf der anderen Seite den Klimawandel stoppen zu wollen und das Auto aus den Innenstädten herausbekommen zu wollen, passte vielen Gemeinderäten nicht zusammen. Für OB Häusler ist das neue Parkhaus aber ein Angebot, um die Innenstadt zu entlasten. Als neue Achse habe man in die Innenstadt auch die neue Hegaustraße, die beim CANO vor der Fertigstellung bis Ende Jahr steht.

Auch das Quartier solle durch durch das Parkhaus aufgewertet werden, machte Planer Volkmar Schmitt-Förster deutlich. Ein Parkhaus sei natürlich ein Zweckbau, der auf Verkehrswege und Stellflächen ausgelegt sei, einen besonderen Akzent könne man aber mit der begrünten Fassade setzen, die freilich ein paar Jahre benötigt, bis si oben angekommen sein wird. Das Gebäude schirme auch die Wohnbereiche vom Bahnlärm etwas besser ab. Auf dem Dach des Gebäudes wird Sonnenstrom gewonnen.

Jörg Parschat vom Unternehmen Goldbeck mit seiner Bodensee-Niederlassung in Engen zeigte sich stolz über den Auftrag. Das Projekt musste schließlich europaweit ausgeschrieben werden, was für weitere Verzögerungen sorgte. Nach den Arbeiten für die Bodenplatte werden man selbst dann im Januar mit dem Hochbau beginnen der im Juni fertiggestellt sein soll. Insgesamt 345 Tonnen Stahl werden für die Konstruktion verbaut. Dank eigener Fertigung und entsprechender Vorratshaltung als größtes Bauunternehmen in diesem Segment, habe man auch die starken Anstiege der Stahlpreise im ersten Halbjahr dämpfen können. Mir rund 10 Prozent mehr müsse man wohl aber rechnen dafür. Das Gebäude werde durch ein gläsernes Treppenhaus mit Fahrstuhl barrierefrei erschlossen und natürlich komplett mit LED-Technik energiesparend beleuchtet.

Die gegenwärtige Baugrube zeugt auch noch von der früheren Nutzung des Geländes, denn eine tiefschwarze Schicht in der Erde ist die Hinterlassenschaft der ehemaligen Lockschuppen, die es hier zu Dampflockzeiten gegeben hatte. Wie Bahn-Experte Klaus Michael Peter erläuterte, der auch ein Singener Jahrbuch für den Grundstein beigesteuert hatte, wurde der Lockschuppen schon 1975 abgerissen - seither war dieser Teil des Singener Bahnhofs mehr oder weniger Brachfläche - wie in vielen anderen Städten das Bild von Bahnanlagen ja ähnlich trist ist. Das abgetragene Erdreich ist nun freilich Altlast. Hinter dem künftigen Parkhaus, so ergänzte OB Bernd Häusler, wolle man bis 2026 neue Bus-Stellplätze schaffen und das wahrscheinlich mit Ladesäulen, wenn die nächste Generation des Singener ÖPNV elektrisch angetrieben werde.

Mehr Bilder vom Spatenstich gibt es in unserer Bildergalerie.

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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