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»Wir alle wollen Leben retten!«

Springe
Dr. Gerd Springe, Vorsitzender von »Singen aktiv«, ist eigentlich Diplomat. Jetzt hat er mit Singens OB Bernd Häusler einen Brandbrief nach Stuttgart und Berlin geschrieben. swb-Bild: Archiv

Singens OB und Dr. Springe schreiben Brandbrief an Kretschmann und Merkel

Singen. Der Singener OB Bernd Häusler hat zusammen mit dem Vorsitzenden des Singener Standortmarketingvereins »Singen aktiv«, Dr. Gerd Springe, zwei »Brandbriefe« geschrieben, einen an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und einen an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Ton ist für beide ungewöhnlich direkt und scharf, denn nach einem Jahr, in dem viele zur Bekämpfung der Pandemie an einem Strang gezogen hätten, sehen sie die Bereitschaft der Bevölkerung, bei den Einschränkungen mitzuziehen, nicht nur langsam bröckeln.

»Seit inzwischen einem Jahr befinden wir uns im Krisenmodus. Die Menschen und die Unternehmen haben bestmöglich an einem Strang gezogen. Die Schließung der Unternehmen haben die Unternehmer mitgetragen, mit der Perspektive, dass sie finanzielle Unterstützung erhalten. Was im letzten Frühjahr funktioniert hat, funktioniert jetzt nicht mehr«, schreiben die beiden an die Spitzenpolitiker.

Die Folgen zeichnen Häusler und Springe ungeschminkt auf:

  • Existenzen werden vernichtet

  • Eigenkapital und Altersversorgungen werden vernichtet

  • Arbeitsplätze werden vernichtet

  • Lebendige Innenstädte und das gesellschaftliche Miteinander werden vernichtet

  • Der Glaube an die Politik und die PolitikerInnen in unserem Land wird vernichtet
  • Lebensmut wird vernichtet

Auch die Opferbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgerinnen sehen nicht nur Häusler und Dr. Springe auf der Kippe. BürgerInnen und Unternehmer hätten das Vertrauen verloren durch Versäumnisse rechtzeitiger Planung auf die  2. und 3. Welle der Pandemie, Kardinalfehler bei der Beschaffung von Impfstoffen, grobe Defizite hinsichtlich Transparenz und Kommunikation, die die Zweifel an der Krisentauglichkeit der Demokratie, an der EU und des Föderalismus im Besonderen verstärkt hätten. »Die Menschen gewinnen den Eindruck, dass Wahlkampf geführt wird. Wir wollen aber einen Kampf zur Besiegung der Pandemie führen. Arbeiten Sie mit aller Kraft und aller zur Verfügung stehender Manpower an einem Leben mit dem Corona-Virus«, ist ihre klare Aufforderung.

Jetzt helfe kein »Durchwursteln« mehr, sondern nur noch professionelles, transparentes und direktes Tun. Damit sind unter anderem konzentrierte Impfaktivitäten, flächendeckende Schnelltests umgehend für die beiden verbunden, die hier sicher für viele andere sprechen. Ausdrücklich gefordert wird auch eine zeitnahe Öffnung des Handels, der Gastronomie und Kultur mit nachvollziehbaren Hygiene-Konzepten.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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