Ihr Angebot gilt nicht nur für Singener
Diakoniewerk, Friedenskirche und Sebastian Berghaus starten psychologische Beratung

Seit dem ersten April können Menschen sich hier mit Sebastian Berghaus treffen, um über Sorgen, Nöte und alles was die Betroffenen wollen zu sprechen. Dafür arbeitet er mit der Friedenskirche und den Diakoniewerken zusammen. Von links: Pastor Jorin Jansen, Sebastian Berghaus und Geschäftsführer des Diakoniewerks der Evangelischen-Freikirlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, Urs Bruhn.  | Foto: Sebastian Ridder
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  • Seit dem ersten April können Menschen sich hier mit Sebastian Berghaus treffen, um über Sorgen, Nöte und alles was die Betroffenen wollen zu sprechen. Dafür arbeitet er mit der Friedenskirche und den Diakoniewerken zusammen. Von links: Pastor Jorin Jansen, Sebastian Berghaus und Geschäftsführer des Diakoniewerks der Evangelischen-Freikirlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, Urs Bruhn.
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Singen. Der Pfarrer im Ruhestand, Sebastian Berghaus will in Singen Helfen, wo ein Therapeut oder gesundheitliche Strukturen noch nicht greifen. Der 62-Jährige bietet nämlich über das Diakoniewerk der Evangelischen-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg seit April Gespräche in der neuen Beratungsstelle der Friedenskirche am Hohentwiel an.

Es ist die vierte Beratungsstelle dieser Art in Baden-Württemberg. Doch Berghaus betont, dass er damit keinen Psychotherapeuten oder Mediziner ersetzen kann und will.

Termine an zwei Tagen in der Woche

Beratung und Seelsorge (BuS) heißt das Angebot von Sebastian Berghaus. Der Pfarrer im Ruhestand erklärt, dass die Bibel und der Glaube dabei nicht zwingend im Vordergrund stehen müssen. Laut Berghaus spielt es auch keine Rolle, ob Interessierte in der Kirche, gläubig oder aus der Stadt Singen sind. "Es zählt nur der Mensch und der Wunsch, in einem geschützten Raum sprechen zu wollen", so Berghaus. 

Er möchte anbieten, über Sorgen und Nöte des Alltags, wie auch Familien- oder Partnerschaftskonflikten oder Orientierungslosigkeit und psychologischer Beratung zu reden. Dafür können Interessierte an jedem Dienstag und Mittwoch einen Termin mit Berghaus ausmachen. Für Einzelpersonen werden Beratungen auf etwa eine Stunde geplant, Gruppen können aber auch 90 Minuten in Anspruch nehmen.

Die genauen Uhrzeiten können über die Telefonnummer 0800 211 22 44 oder der E-Mail-Adresse termine@bus.diakoniewerk-bw.de abgemacht werden. Die Treffen finden in der Beratungsstelle, im Haus der Friedenskirche in der Rielasinger Straße 23 in Singen statt. Laut Berghaus seien aber auch Treffen außerhalb der beiden Tage und Onlinetreffen in Absprache möglich. Spontane Besuche seien allerdings nicht möglich, sondern nur abgemachte Termine. 

Erfahrung als Landespolizeipfarrer und Dekan

Berghaus sieht sich für die Gespräche gewappnet: "Beratung war immer ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit." Für die Beratungen in Singen gibt es eine Schweigepflicht, zudem bleiben Mitteilungen an den Staat oder Krankenkasse bei seiner Beratung aus. Der ehemalige Dekan der evangelischen Kirche Tuttlingen ist auch ehemaliger Landespolizeipfarrer. "Ich habe viel mit den Themen Gewalt und Schuld zu tun gehabt", so Berghaus. Er habe Fortbildungen für die Bereiche Psychotraumatologie, Familienaufstellung, Kommunikation, Krisenintervention und Mediation in seiner Berufszeit abgeschlossen. Sein Leitbild sei das Menschenbild: "Der Mensch gehört - unabhängig von Religion, Stand oder Beruf - geliebt."

Doch der 62-Jährige sei sich auch seiner Grenzen bewusst. Er möchte mit einem niedrigschwelligen Angebot Hilfe zur Selbsthilfe, Hoffnung, Klärungen und Ermächtigungen geben. Aber Berghaus weiß, dass er einen Therapeuten nicht ersetzen kann. "Alles andere wären Allmachtsphantasien", so Berghaus. Für akute Krisen und Notfälle empfiehlt er die Telefonseelsorge oder einen Arztbesuch. Er könne lediglich Wartezeiten überbrücken oder ein Vermittler sein, denn im Falle eines Bedarfs von therapeutischer oder medizinischer Hilfe würde er seine Besucher an entsprechende Hilfsstellen verweisen.  

Angebot auf Spendenbasis

Das Angebot des Diakoniewerks und der Friedenskirche läuft über freiwillige Beiträge der Besucher. Die Höhe sollte im besten Fall einkommensabhängig sein, aber ist letztlich den Interessierten absolut selbst überlassen. Aber auch kostenlos ist ein Gespräch möglich. "Die Beratung soll nicht am Geld scheitern", so Berghaus, "wer einen Schutzraum aufsuchen möchte, bekommt keine Steine in den Weg gelegt."

Die Kosten für das Beratungsangebot trägt das Diakoniewerk, wie der Geschäftsführer Urs Bruhn erklärt. Die Beratungsstelle in Singen ist nun die vierte ihrer Art, die das Diakoniewerk der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg unterhält. Weitere sind in Stuttgart, Ludwigsburg und Böblingen. Der Verein finanziert die Stellen und sich selbst über Spenden, Zuschüsse, Mitgliederbeiträge und Angebote von betreutem Wohnen. Die Beratungsstelle in Singen sei nicht auf einen bestimmten zeitlichen Rahmen ausgelegt oder abhängig von vielen Besuchern in der Anfangszeit so Urs Bruhn. "Wir arbeiten, solange wir gebraucht werden", sagt Sebastian Berghaus.

Seit dem ersten April können Menschen sich hier mit Sebastian Berghaus treffen, um über Sorgen, Nöte und alles was die Betroffenen wollen zu sprechen. Dafür arbeitet er mit der Friedenskirche und den Diakoniewerken zusammen. Von links: Pastor Jorin Jansen, Sebastian Berghaus und Geschäftsführer des Diakoniewerks der Evangelischen-Freikirlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, Urs Bruhn.  | Foto: Sebastian Ridder
Autor:

Sebastian Ridder aus Konstanz

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