Erste von vier Nebellanzen in Singen eingeweiht
"Eine Maßnahme, die an heißen Tagen hilfreich ist"
- Erhielten nach dem Pressegespräch eine erste Kostprobe der neuen Nebellanze (von links): Thomas Mügge, OB Bernd Häusler, Sandra Schupp, Wilfried Trah (Singen aktiv) und Tobias Herbst.
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Singen. Eine wohltuende Erfrischung sowie auch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag in Sachen Klimaanpassung. Unter anderem dafür sollen die Nebellanzen in der Singener Innenstadt dienen, von deren vier am 31. Juli die erste an der Lenk-Statue in der Scheffelstraße eingeweiht wurde.
"Das ist eine Sache, an der wir schon längere Zeit dran sind", erklärt Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler. Insgesamt drei weitere Nebellanzen werden laut Sandra Schupp aus der Abteilung Stadtplanung der Stadt Singen in den nächsten Tagen am Heinrich-Weber-Platz, beim Kletterohr sowie auch beim Karstadt gegenüber vom Café Hanser aufgestellt. "Erst einmal testweise, um auch zu sehen, wie die Anlieger sowie generell Bürgerinnen und Bürger diese akzeptieren", ergänzt Häusler.
Inspiration aus Österreich
Gerade in Zeiten des Klimawandels und bei heißen Temperaturen soll mit den vier Nebellanzen, die Gesamtkosten von rund 46.000 Euro mit sich bringen, an den Hitze-Hotspots der Stadt für eine echte Abkühlung auch für anliegende Bäume sorgen, wie Schupp erläutert. "Dabei darf natürlich auch der Spaßfaktor bei Kindern nicht zu kurz kommen." Diese testeten die Lanzen dabei auch schon reichlich aus. Die Stadtverwaltung hat sich bei diesem Projekt auch von Wien inspirieren lassen, wie der Fachbereichsleiter Bauen, Thomas Mügge, aufzeigt. "Dort gibt es mindestens über 1.000 Stück davon und ist eine echte Erfolgsgeschichte." Angeschafft hat man sich die Anlagen von Tromayer Metalltechnik nahe der österreichischen Hauptstadt. Die Stadt Straubing war laut Mügge in dieser Hinsicht ebenfalls Vorbild für die Stadt Singen, jedoch habe man aufgrund der Barrierefreiheit die dort angewendeten Modelle eher nicht bevorzugt.
So funktionieren die Anlagen
Die Nebellanzen funktionieren dabei sowohl über ein Unter- als auch Oberflurhydrantensystem und bringen dabei eine gewisse Mobilität mit, erklärt der Fachbereichsleiter Bauen. "Durch diese robuste wie auch solide Technik können sie im Winter problemlos abgebaut und allgemein an anderen Standorten wieder aufgebaut werden." Die Anlagen enthalten zudem in einem Kasten verbaute Batterien, die für eine Saison von April bis Ende September ausreichen, was für einen geringen Stromverbrauch führt, wie Sandra Schupp weiter ausführt. "Danach können diese ausgetauscht oder erneuert werden."
Darüber hinaus schalten sich die Anlagen intervallmäßig innerhalb von einer Stunde automatisch an, wenn dies nicht von den Leuten selbst gemacht wird. "Diese Intervalle können wir aber auch individuell anpassen", so Schupp. Wird die Anlage dann durch einen Knopf betätigt, sorgen die 29 Wasserdüsen für etwa anderthalb Minuten bei einem Wasserverbrauch von gut 1,6 Liter pro Minute für ordentlich Abkühlung. Die Nebellanzen werden dabei laut Sandra Schupp täglich von 10 bis 21 Uhr in Betrieb sein. "Generell sind diese Maßnahmen eng mit der Feuerwehr abgestimmt", ergänzt Thomas Mügge. Durch eine am Boden verschraubte Strebe werden die Anlagen zusätzlich vor Vandalismus geschützt. "Weiter können wir die Nebellanzen bei möglichen Verkalkungen mit einem speziellen Reinigungsset wieder sauber machen", sagt Schupp.
Auf Klimaanpassung reagieren
"Hiermit schaffen wir eine Maßnahme, die lokal wirkt und an heißen Tagen hilfreich ist", erklärt Tobias Herbst von der Stabstelle Klimaschutz und Klimaanpassung der Stadt Singen. Dabei seien für ihn die Nebellanzen ein Instrument von vielen, um auf die Klimaanpassung zu reagieren. Generell können sich laut Mügge die Bürgerinnen und Bürger sowie auch Gäste der Stadt Singen online auf der Homepage der Stadt über eine "Kühle-Orte-Karte" über im Sommer abkühlende Lokalitäten im Stadtgebiet informieren.
Autor:Philipp Findling aus Singen |