Einzigartiges Crowdfunding-Projekt im Landkreis
Die Teestube Singen feiert ihre neue Skate-Bowl mit internationalen Bands
- Der Skater Stefan Klingler probiert die einzigartige Bowl an der Teestube aus. Dort kann nun bei Wind und Wetter geskatet werden.
- Foto: Marcelino Rüth
- hochgeladen von Sebastian Ridder
Singen. Vom Bahnhof Singen kommend, den Konsumtempel Cano links liegen lassend, den Bahngleisen folgend, erreicht man in kürzester Zeit, ein wenig versteckt zwischen den Geschäftshäusern, eine Oase der Natur, Kunst und Selbstverwaltung. Einen Ort verschiedenster Subkulturen, der sich selbst auch als antikapitalistisch versteht - die Teestube. Der selbstverwaltete, offene (Jugend-) Treff in Singen musste vor zweieinhalb Jahren in den städtischen Neubau umziehen und so auch ihre gute, alte Skateranlage aus Holz aufgeben. Seitdem plant, organisiert und werkelt Manuel Ehmig, einer der vielen ehrenamtlichen Mitglieder des Teestubenvereins, an einem einzigartigen Projekt im Landkreis Konstanz: eine überdachte Skatebowl aus Beton.
Musiker aus der Schweiz und Saint-Tropez
Jetzt war es so weit. Mit dem großen Eröffnungsevent konnte der Treff sein jugendtreff-übliches Angebot von Brettspielen über Darts bis zum Tischkicker deutlich erweitern. Skater der Stadt und der Umgebung haben nun nicht nur eine robuste Anlage für ihren Sport, sondern eine wetterunabhängige Möglichkeit ihrem kreativen Hobby nachzugehen. Und die Nachfrage ist groß, denn es war gerade diese Randsportart, welche durch die Corona-Pandemie wieder groß geworden ist und seit geraumer Zeit, sogar olympisch.
So war es nicht verwunderlich das dies „Bowlopening“ zu einem internationalen Ereignis anwuchs und im Laufe des Tages über hundert Begeisterte aller Altersklassen in den pro-feministischen Freiraum lockte. Sicherlich haben auch szenebekannte Bands aus der Rock, Punk und Experience-Richtung, welche aus Konstanz, Zürich und gar Saint-Tropez anreisten, dazu beigetragen, dass dieses friedliche Fest bis spät in die Nacht gute Laune verbreitete. Die meisten der Gäste sind, durchaus sichtbar, schon einige Jahre Stammgäste dieser hochsozialen Institution. Dies liegt sicher an dem Verständnis der Selbstverwaltung und dem urdemokratischen Mitentscheidungssystem für alle; aber auch an bemerkenswerte Standards, wie den Umsonst-Laden, die Küfa (Küche für alle) oder Workshops zur Selbsthilfe. All diese Angebote machen es schwer zu verstehen, dass die Stadt kürzlich ihre Zuschüsse an den Verein um gut 65 Prozent gekürzt haben.
Weniger Zuschuss, aber mietfreier Raum
Dies war mit ein Grund, dass der Verein und solche Projekte, wie die neue Skateranlage nur über Eigeninitiativen und Spenden verwirklicht werden können. Dabei ist gerade auch die Anlage für jedermann zu jeder Zeit zugänglich. Gut, dass das Crowdfunding funktioniert und einige Firmen, wie zum Beispiel Eisen-Auer Singen solche Projekte uneigennützig unterstützen. Und gut, dass die Stadt Singen der Teestube Gebäude und Gelände mietfrei zur Verfügung stellt. So können wir gespannt sein, welche Projekt zum Wohle der Gemeinschaft der rührige Verein als Nächstes auf die Beine stellen wird.
von Marcelino Rüth
Autor:Redaktion aus Singen |