Singen setzt Zeichen in ungewissen Fasnets-Zeiten
Eins ist sicher: der »Umzug verkehrt« kommt wieder

Singen Narren
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  • Foto: Singen lädt zum »närrischen Spaziergang«, ab Dienstag kann man dort 74 Figuren der regionalen Fastnacht entdecken. swb-bild: Archiv Singen aktiv
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Singen. »Einmal gemacht ist Tradition«, so ein schelmisches Singener Sprichwort, weil andere dazu noch »Dreimal« brauchen. Deshalb gibt es dieses Jahr zum zweiten Mal den »Umzug verkehrt« und damit eigentliich auch einen ganz guten Grund für einen »närrischen Spaziergang«.

Aber genauso war es auch geplant. Erstmalig wurde im letzten Jahr eine sympathische Fasnets-Aktivität in der Singener Innenstadt initiiert und durchgeführt. City Ring, iG Singen Süd und Singen aktiv haben gemeinsam mit Ulrike Wiese, der Landvögtin der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, sowie Stephan Glunk, dem Zunftmeister der Poppele-Zunft Singen, koordiniert, organisiert und es geschafft, dass in vielen Schaufenstern der im letzten Jahr geschlossenen Geschäfte Traditionsfiguren der Fasnet von Zünften und Fasnachtsvereinen aus Singen und der Region ausgestellt wurden – und das kommt nun wieder. Aber neu!

Die Resonanz der Besucher war sehr positiv, so dass auch in diesem Jahr die bunten und ansprechenden Häser zu bestaunen sein werden. Damit bleiben der Handel sowie die Zünfte und Narrenvereine sichtbar und machen aufmerksam. Ganz coronakonform mit Abstand, aber auch mit Freude und Zuversicht.

33 Zünfte und Narrenvereine aus Singen und der Region zeigen ab Montag, 1. Februar bis einschließlich Rosenmontag, 28. Februar in 41 Schaufenstern 74 Traditionsfiguren. Aber nicht nur das: Wie letztes Jahr informieren individuelle QR-Codes auf großen Plakaten in den Schaufenstern, erfahren die Interessierten kurze Geschichten zu den Traditionsfiguren – zum Lesen oder zum Hören.

In diesem Jahr wird es zusätzlich einen gedruckten Flyer geben, der in den teilnehmenden Geschäften ausgelegt wird. was im letzten Jahr wegen der geschlossenen Läden, die gerade mal »Click & Collect« machen duften, gar nicht ging.

Auf dem Flyer werden die Geschäfte mit ihren jeweiligen Gastzünften oder -vereinen dargestellt sein. Einem persönlichen »Umzug« durch die Stadt steht nichts mehr im Wege. Besonders schön in diesem Jahr: Die Poppele-Zunft wird die beliebten Narrenbändel auf dem Hohgarten, in der Lindenstraße und in der Ekkehardstraße dekorieren und damit zu einer guten Wohlfühlstimmung beitragen. Auch das war im letzten Jahr nicht erlaubt, also gibt es eben doch mehr Fasnacht.

Auch von zuhause aus können die Fasnetsfiguren unter www.singen-totallokal.de angesehen werden.

Die Besucher der Internetseiten sehen auf einer interaktiven Karte, welche Geschäfte dabei sind und können sich mit Klick auf Details gedanklich von den Bildern und den von den Zünften gesprochenen Texten durch die Straßen treiben lassen. Fasnet daheim für die großen und die kleinen Narren.

Ideengeberin Ulrike Wiese ist auch in diesem Jahr wieder auf die Zünfte und Narrenvereine aus Singen und der engeren Region zugegangen und hat um ihr Mitwirken gebeten. »Aufgrund der sehr guten Erfahrungen des letzten Jahres haben die Akteure sich sehr über die Anfrage gefreut und wieder umgehend zugesagt, die Figuren in den Schaufenstern zu dekorieren und die Geschichten der Figuren zu erzählen.«

Ebenso positiv haben die Händler in der Innenstadt reagiert. »Gerade wegen der noch immer anspruchsvollen Situation im Handel und der für viele nicht nachvollziehbaren vielen Regelungen«, so Alexander Kupprion, erster Vorstand des City Rings, »freuen wir uns sehr, mit den Traditionsfiguren positive Stimmung in die Stadt zu holen und ein Lächeln auf die Gesichter der Besucherinnen und Besucher der Innenstadt zu zaubern.«

Das Organisationsteam freut sich über die zweite Auflage dieser Aktion: »Im letzten Jahr haben wir schon gesagt, dass es keine einmalige Aktion werden soll«, so Dirk Oehle, Sprecher der iG Singen Süd, »und ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr Fasnet in die Herzen der Besucherinnen und Besucher der Stadt tragen werden.«

Das Singen-aktiv-Team arbeitet gemeinsam mit Ulrike Wiese intensiv an der Umsetzung. Schaufensterpuppen werden über die Vereine und Händler organisiert, Termine bei und mit den Geschäftsinhabern werden koordiniert. Die inCITI Singen GmbH übernimmt mit freundlicher Unterstützung der Thüga Energie GmbH die digitale Umsetzung auf dem Internet-Portal unter www.singen-totallokal.de Unterstützung für die Umsetzung von Flyern und Plakaten sowie der Transport für die Puppen erfolgen zudem durch die Stadt Singen.

Eines steht für das Orgateam und auch für den Vorstandsvorsitzenden von Singen aktiv, Dr. Gerd Springe, im Vordergrund: »Schon wieder keine Fasnet wie wir sie lieben. Aber wir wollen zeigen, dass wir dranbleiben und dass wir gerne gemeinsam ein buntes und lebendiges Singen – vor Ort und digital – präsentieren wollen. Gute Laune und Humor sind die beste Medizin gegen die Corona-Kapriolen.«

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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