Aktion Seitenwechsel
Politiker erhalten Einblicke in soziale Organisationen
- Hans-Peter Storz (SPD, Landtag, Gemeinderat Singen, Kreistag) sowie Giuliana Ioannidis (SPD, Landtagskandidatin Wahlkreis Singen) beim Hilfsverein für seelische Gesundheit.
- Foto: Der Paritätische Baden-Württemberg
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Kreis Konstanz. Bei der Aktion „Seitenwechsel“ des Paritätischen Kreisverbandes Konstanz konnten vom 30. Juni bis 18. Juli Politikerinnen in Mitgliedsorganisationen des Wohlfahrtsverbandes hospitieren. Elf Politikerinnen nutzten die Chance und blickten hinter die Kulissen von Einrichtungen der Jugendhilfe, der Beratung bei Schwangerschaft und Suchtfragen und für Kinder, Ältere und Menschen mit einer Behinderung oder psychischen Erkrankung. Sie tauschten sich mit Mitarbeitenden und betreuten Personen aus – eine wertvolle Erfahrung für beide Seiten.
Die Aktion „Seitenwechsel“ soll den Blick der politischen Akteure auf die Herausforderungen lenken, mit denen die vielen Mitarbeiterinnen in sozialen Einrichtungen und die dort betreuten Menschen täglich konfrontiert sind. Zugleich dienen die Treffen als Plattform für den öffentlichen Meinungsaustausch über den Wert der sozialen Arbeit und als Gelegenheit für die Mandatsträgerinnen, sich eine Meinung zu bilden und sich zu positionieren.
Bernd Löhle, Vorsitzender des Paritätischen Kreisverbandes Konstanz, ist überzeugt: „Viele soziale Einrichtungen leisten wertvolle Dienste, die die breite Öffentlichkeit kaum wahrnimmt. Die Aktion ‚Seitenwechsel‘ ist eine Möglichkeit, Entscheidungsträger*innen ganz real zu zeigen, wie wichtig diese Arbeit ist. Viele Einrichtungen waren bereit, ihre Türen zu öffnen – und auch die Resonanz aus der Politik war sehr positiv.“
„Für die Bewohnerinnen und Mitarbeitenden war es eine sehr wertschätzende Geste, dass sich Politikerinnen für ihre Alltagsrealität interessieren und ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden konnte“, befand Christiane Langeleh nach dem Besuch von Hans-Peter Storz MdL und der Landtagskandidatin Giuliana Ioannidis, beide SPD, in der Fördergruppe und Besonderen Wohnform für Menschen mit psychischen Erkrankungen des Hilfsvereins für seelische Gesundheit in Bodman.
Saskia Frank, MdL, die als Sprecherin für frühkindliche Bildung, Kinder und Familie von Bündnis 90/Die Grünen vertraut ist mit der Materie, lobte die „wertvollen Einblicke in die praktische Arbeit und die hohe Qualität der Beratung“ bei pro familia Singen. Sie zeigte sich beeindruckt von der „umfassenden gesellschaftlichen Bedeutung dieser Arbeit“ und befand abschließend: „Der Besuch hat mir konkrete strukturelle Probleme vor Augen geführt, die politischen Handlungsbedarf aufzeigen.“
Niklas Becker, Fraktionssprecher FGL & GRÜNE im Konstanzer Gemeinderat, nahm von seinem Besuch bei pro familia Konstanz ebenfalls konkrete Themen mit, die er in seinem politischen Engagement weiterverfolgen will, wie den Ausbau von Kita-Plätzen, Wohngeld für junge Familien, Beratungsarbeit für queere Jugendliche sowie die Themen Täterarbeit und Prävention sexueller Übergriffe.
Seine Fraktionskolleg*innen Soteria Fuchs, Samuel Hofer und Dr. Christiane Kreitmeier wollen sich nach dem Besuch des Betreuten Jugendwohnens der Linzgau Kinder- und Jugendhilfe für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Wirtschaft und Wohnungsmarkt einsetzen.
Als Gastgeberin des Besuches betont Stephanie Ramsperger: „Der direkte Kontakt mit unseren Bewohner*innen war wertvoll und wertschätzend. Es wurde mit ihnen, nicht nur über sie gesprochen.“
Hubertus Both, für die Freien Wähler im Singener Gemeinderat und im Kreistag, bedankte sich für den Einblick in die Angebote zur Freizeitgestaltung für Erwachsene mit Behinderung, die die Lebenshilfe Hegau-Bodensee macht, und bei der Fachstelle Sucht des BWLV in Singen: „Das waren wieder zwei informative und auch sehr emotionale Termine, die Sie für mich organisiert haben. Herzlichen Dank!“
Heike Reuter, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Konstanz, fasst den Besuch der Konstanzer Grünen-Politikerin Soteria Fuchs im Allensbacher Kinderhaus Höhrenberg zusammen: „Abschließend konnten wir alle nach dem Termin feststellen, dass es ein Riesenmehrwert war und wir uns noch weitere dieser Kontakte wünschen würden.“
Der Paritätische Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Der Verband steht für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 900 selbstständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4.000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 50.000 freiwillig Engagierte. Der Kreisverband Konstanz repräsentiert mit seinen 65 Mitgliedsorganisationen und -einrichtungen einen bedeutenden Teil der sozialen Infrastruktur vor Ort.
Quelle: Karin Seng, Der Paritätische Baden-Württemberg
Autor:Presseinfo aus Singen |