Handel schaut mit 2G in die Röhre / Jetzt wieder die Bändel-Diskussion
Wenig Lust auf Shopping-Touren

2g Zinser
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  • Foto: So geht‘s im jedem Laden zu, der keine Lebensmittel oder sonstige Dinge des dringenden Bedarfs verkauft: Sybille Oberbillig mit der stellvertretenden Marktleiterin Latina Ajanovic beim Scannen der Covid-Zertifikate am Eingang zum Modegeschäft Zinser. Weil
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen/ Radolfzell/ Stockach. Wer diese Zeit »zwischen den Jahren« von früher kennt, mit Menschen, bewaffnet mit den Einkaufsgutscheinen oder Geschenkschecks, die unterm Weihnachtsbaum lagen, kommt die Wehmut beim Blick in die Innenstädte. Dort bleibt es auch zur Hochsaison doch »luftig«. Und der Handel ist trotzdem optimistisch.
Das Thema 2G, die entsprechenden Kontrollen und die Maskenpflicht sind wie in den anderen Städten auch ein Frequenz- und Umsatzkiller, und das zur eigentlichen Hochsaison. »Auf der anderen Seite muss man sehen, dass letztes Jahr um diese Zeit alle daheim saßen und geheult haben, weil die Läden zu waren und wir nicht arbeiten duften«, sagt Latina Ajanoviv, stellvertretende Geschäftsleiterin von Mode Zinser in Singen. Das Geschäft selbst musste seit der Einführung von Impf- und Testflicht alle Zugänge bis auf den Haupteingang zumachen, um den »Kundenstrom« im Griff zu haben.
Es sei ganz deutlich, dass das »einfach mal so schauen« derzeit so gut wie gar nicht stattfinde, was sonst doch für einiges an Spontankäufen nach sich zieht und Umsatz für den stationären Handel. »Was jetzt passiert ist Einkauf bei Bedarf«, unterstreicht Ajanovic und befürchtet, dass sich die Lage erst um Ostern wieder lockern könnte. Auch der Zugang in die Singener »Galeria Karstadt« ist nur noch in einem Eingang möglich. Dort kontrolliert ein Security-Mitarbeiter die Kunden. Auch solche Häuser leben eigentlich vom »promenieren und entdecken«.
»Der Bruch war eigentlich schon da, als die 3G-Regel für den ›sonstigen‹ Handel eingeführt wurde, der eben nicht Lebensmittel- oder Drogeriemarkt ist«, sagt Hermann Kratt vom gleichnamigen Kaufhaus in Radolfzell. »Eigentlich begrüße ich meine Gäste viel lieber, weil ich mich über ihren Besuch freue. Jetzt muss ich sie alle kontrollieren«, bringt er seine Stimmungslage auf den Punkt.
Das Kontrollieren mit dem Begrüßen zu verbinden geht freilich auch.
In der Vorweihnachtszeit übte sich Christoph Greuter von Buch Greuter darin, schon weil das Personal an anderer Stelle dringend gebraucht wurde. So konnte er freilich mit seiner Präsenz auch manchen kleinen Plausch führen. »Das geht trotz Weihnachtsstress sogar entspannt«, bemerkte er damals.
Wie geht ein Möbelgeschäft, das eigentlich aus drei Häusern besteht und einem Aktionszelt, mit den 2G-Kontrollen um? Die klare Antwort beim »Wohnparc Stumpp« Kontrolle an jedem Eingang, auch wenn der Personalaufwand enorm ist. Die Frage, ob da nicht ein Bändel oder Stempel helfen würde, um die Ausstellungen auch mal einfach wechseln zu können, wird auch klar beantwortet: Was wäre, wenn nun wirklich was was passieren würde, also ein Kunde infiziert wäre? »Dann müssten wir schon wissen, in welchem Haus das gewesen ist, bevor alle Mitarbeiter in die Quarantäne müssten.« Auch hier ist 2G eine harte Hürde. »Es sind schon schwierige Zeiten.«

Zu spät für »Shopping-Bändel«?

Das Thema von »Shopping Bändeln« hat nun die Singener CDU am Wochenende aufgegriffen. Die Idee gabs ja im Landkreis schon vor dem Advent, um einfacher in die Weihnachtsmärkte zu kommen und auch in die Geschäfte. Als die Weihnachtsmärkte aber gar nicht öffnen konnten wegen »2G-Plus« damals, war das Thema hier wieder passe. Andere Städte, zum Beispiel Villingen- Schwenningen oder Freiburg, haben diese Bändel in Hauruck-Aktionen eingeführt, noch zum Start ins Weihnachtsgeschäft. Man konnte sich im ersten Laden dabei einen Bändel holen und musste ihn im nächsten Geschäft nur noch zeigen. Der Antrag des CDU-Vorsitzenden Franz Hirschle wurde am Sonntag publiziert. Anfragen des WOCHENBLATT dazu bei den Singener Behörden und Verbänden laufen freilich auch erst mal ins Leere: Die die darüber entscheiden könnten sind erst ab Montag wieder zurück aus ihrem Urlaub.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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