Regina Brütsch braucht angesichts neuer Aufgaben Entlastung
SPD-Fraktion setzt Doppelspitze bis zu nächsten Wahl

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  • Foto: Land ist's her, dass die SPD in Singen in Präsenz zusammen kommen konnte. Das Bild entstand im Herbst 2019, kurz darauf bestimmte die Corona-Politik das Geschehen. Hier im Bild beim Start in die neue Legislaturperiode die Verabschiedung der ausgeschiedene
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Singen. Wie in der Bundespartei geht auch die SPD-Fraktion im Singener Gemeinderat nun mit einer Doppelsitze in die zweite Hälfte der Legislaturperiode. Der langjährigen Fraktionssprecherin Regine Brütsch wird nun Walafried Schrott zur Seite stehen, der schon seit Jahrzehnten als stellvertretender Fraktionssprecher fungierte. Der Grund liegt in den neuen Aufgaben für Regina Brütsch, die bereits im Oktober 2020 als neue Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbands in der Nachfolge von Reinhard Zedler gewählt wurde. Die förmliche Amtsübernahme steht zwar erst für 2023 ins Haus, die Einarbeitungsphase in das sehr umfangreiche Arbeitsfeld des großen Sozialdienstleisters hat freilich schon begonnen, und das koste viel Zeit, sagte Brütsch im Gespräch mit dem WOCHENBLATT: Walafried Schrott hingegen hat beruflich inzwischen den Ruhestand erreicht und dadurch mehr Zeit. Als Stellvertreter wird der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz tätig sein, wurde im Rahmen eines Mediengesprächs am Donnerstag vermittelt werden. Die Wahl hat freilich schon vor Weihnachten stattgefunden, wurde aber erst jetzt öffentlich gemacht.

Mit der Halbzeit der Legislaturperiode, die im Sommer 2019 begann, war auch eine Zwischenbilanz verbunden. Auch wenn die letzten beiden Jahre doch unter dem Regime der Corona-Maßnahmen standen, die auch die städtischen Finanzen zeitweise in Turbulenzen brachten, habe man wichtiges erreicht und nachhaltige Weichenstellung vollzogen. An erster Stelle steht für sie die "Fusion" der Stadtwerke Singen mit der Thüga im Bereich der Stadt, die man in intensivem Verhandlungen in zwei Jahren mit dem Abschluss auf Ende letzten Jahren erreicht habe. Damit könne man auch das Thema Klimawandel engagierter angehen, Synergieeffekte nutzen, und bekomme einen "Vollsortimenter", wie auch in anderen Städten wie Radolfzell oder Konstanz schon wirke. Auch mit der Erhaltungssatzung für das Gesicht der Stadt im Zentrum wie dem Gestaltungsbeirat habe ein Sinneswandel eingesetzt, ist sie sich Sicher. Die Penetranz in Sachen Radverkehr trage auch schon Früchte. "Wir werden ab Februar die wohl einzige Gemeinde im Landkreis sein, wie noch keinen Mietpreisspiegel hat", klagte Regina Brütsch, gerade das Thema Wohnungsbau steht für die nächsten Jahre auch in der Priorität ganz oben, auch wenn der Ruf nach einer Rückkehr zur städtischen Wohnbaugesellschaft derzeit nicht so laut ist. "Bei den letzten Sommertouren sei klar geworden, dass zum Beispiel im Bruderhofgebiet ein großer Generationswechsel anstehe, die anstehenden Veränderungen dort würden zu einer Beunruhigung sorgen, weshalb man hier eine starke Bürgerbeteiligung benötige im Zuge geplanter Verdichtungen. Die Pläne für das Modell "Arbeiten und Wohnen" an der Gewerbezone "Tiefenreute 3" könnten eine Chance für neue Wege sein, zum Beispiel mit Erbpacht zur Entlastung der Bauwilligen. Insgesamt sei des dringend nötig in die Quartiere zu gehen und aus dem Bestand heraus Angebote zu finden, zum Beispiel auch über eine Zweckentfremdungssatzung um derzeit nicht genutzten Wohnraum zu aktivieren.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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